Rechte und Pflichten während der Ausbildung

Die umfangreiche Broschüre (320 Seiten) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung lässt kaum Fragen offen, die sich im Zusammenhang mit der dualen Berufsausbildung in Deutschland ergeben können. Für Ausbildungsbetriebe, Auszubildende und Ausbildende sollte die Publikation ein selbstverständliches Standardwerk sein.

Titelbild der Broschüre

Berufsausbildungen gibt es in Deutschland in verschiedenen Formen:

 

Einige Berufe erlernt man typischerweise als „Vollzeitschüler“.Hierzu gehören viele Berufe im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen. Häufig lernt man die Praxis dann in verpflichtenden Praktika kennen.

 

Die meisten Berufe in Deutschland werden demgegenüber „dual“ erlernt. Rund eine halbe Million Menschen startet jedes Jahr mit einer solchen dualen Berufsausbildung im Handel, in der Industrie, im Handwerk, in der Landwirtschaft, den freien Berufen oder dem öffentlichen Dienst ins Berufsleben. Auf diese Form der Ausbildung sind wir in Deutschland besonders stolz. Über 70 Prozent der Absolventinnen und Absolventen werden jedes Jahr in dem Betrieb übernommen, in dem sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

 

Das Besondere an einer solchen dualen Ausbildung ist, dass man sofort mit Ausbildungsbeginn zum Ausbildungsbetrieb gehört. Man ist als Auszubildende oder Auszubildender bereits Teil eines Unternehmens. Man unterschreibt einen Ausbildungsvertrag und hat Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung.

 

Zwei Drittel einer dualen Ausbildung finden in der Praxis, und damit überwiegend oder vollständig im Betrieb, statt. Für diese zwei Drittel bestimmt der Bund die Regeln mit dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Auch die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte werden durch den Bund in sog. Ausbildungsordnungen und Ausbildungsrahmenplänen in einem gemeinsamen Verfahren mit Branchen und Arbeitnehmerorganisationen festgelegt. Dies stellt sicher: Eine duale Ausbildung folgt in ganz Deutschland den gleichen Regeln. Man erwirbt mit ihr eine umfassende Qualifikation, die in der Wirtschaft auch gebraucht wird.

 

Auch Auszubildende in einer solchen betrieblichen Ausbildung gehen in die Schule. Ungefähr ein Drittel ihrer Ausbildungszeit haben sie Unterricht in der von den Ländern organisierten Teilzeitberufsschule. Hier können insbesondere die praktisch erlernten Inhalte noch einmal strukturiert und begleitet werden. Die Abschluss-prüfungen bei den zuständigen Stellen folgen dann wieder alleine Bundesrecht, und damit deutschlandweit denselben Standards und Regeln.

 

Für alle, die sich für eine solche duale Ausbildung interessieren, sich schon für sie entschieden haben oder sogar nach deren Abschluss über die nächsten Schritte nachdenken, stellt diese Broschüre die wichtigsten Informationen zusammen. Auch für Lehrkräfte an Berufsschulen, Ausbildende und Eltern soll sie eine wertvolle Unter-stützung sein. Sie hilft dabei, Ansprechpersonen für konkrete Anliegen zu finden. Sie enthält zusätzlich die wichtigsten Rechtsgrundlagen für eine duale Ausbildung in Deutschland.

 

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Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung
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