„Ich will das machen!“

Hassan Fhaily hat im Mai 2021 das vor Jahrzehnten gegründete deutsche Familienunternehmen Feinkost Bauer nahe der Bonner Innenstadt übernommen. Nachdem er sich 20 Jahre lang als Angestellter insbesondere um das Catering und organisatorische Arbeiten im Hintergrund kümmerte, unterstütze er das Familienunternehmen im Verkauf und der Beratung. Als er das Angebot der Betriebsübernahme erhielt, entschied er sich: „Ich will das machen!“.

Herr Fhaily hatte schon lange den Traum von einem eigenen Café und möchte nun das bestehende Sortiment an ausgewählter Feinkost zukünftig mit dieser Idee verbinden. Durch die Beratung der KAUSAServicestelle ist Herr Fhaily, auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, eigene Auszubildende in seinem Betrieb anzulernen und so gezielte Unterstützung zu erhalten. In einem Beratungsgespräch mit Frau Bugs, Ausbildungsberaterin bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg-Kreis, sollen die weiteren Schritte auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb besprochen werden.

Inhaber Hassan Fhaily hinter der Ladentheke
Inhaber Hassan Fhaily hinter der Käsetheke

KAUSA: Herr Fhaily, haben Sie vor der Beratung schon einmal darüber nachgedacht, selbst in Ihrem Geschäft auszubilden?

Fhaily: Nein, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich bin davon ausgegangen, dass niemand Interesse hat, eine Ausbildung in einem so kleinen Geschäft zu machen.

Bugs, IHK: Eine Ausbildung zum Verkäufer/zur Verkäuferin in einem kleinen Geschäft kann sogar sehr wertvoll sein. Im Gegensatz zu großen Konzernen, wie beispiels-weise den bekannten Discountern, kann in einem kleinen Betrieb der Fokus auf die Beratung und den Verkauf gelegt werden. Der*die Azubi kann spezifisches Fachwissen über die Produkte sowie den Umgang mit den Kund*innen erlernen. Eine solche Ausbildung wird auch von möglichen zukünftigen Arbeitgeber*innen gerne gesehen.

 

KAUSA: Sie haben also einiges zu bieten, Herr Fhaily. Was macht Ihr Geschäft, denn aus Ihrer Sicht besonders?

Fhaily: Wir haben viele ältere, treue Stammkund*innen, die ich seit Jahren kenne. Dieser persönliche Bezug und das Vertrauen auf eine gute Beratung zeichnet Feinkost Bauer aus. Außerdem haben wir die größte Auswahl an original-französischen Käse in der Umgebung und ein ausgewähltes Sortiment an französischen Spezialitäten.

 

KAUSA: Was sind Ihre Anforderungen an eine*n Auszubildende*n?

Fhaily: Ich würde zukünftig gerne wieder Catering machen. Da ich aktuell alleine bin, kann ich den Kund*innen nur anbieten, die Waren selbst abzuholen. Wenn die Person einen Führerschein hat, könnte sie diese Aufgaben übernehmen.

Bugs, IHK: Da sie jemanden für den Verkauf und die Beratung von einem vorwiegend älteren Publikum suchen, sollten Sie auch darauf achten, dass sich die Person gut ausdrücken kann und aufmerksam und respektvoll ist. Zudem sind hier natürlich auch ausreichende Deutschkenntnisse wichtig. Generell würde ich Ihnen empfehlen, zunächst ein Praktikum und anschließend eine EQ anzubieten, also schrittweise vorzugehen. So haben Sie ausreichend Zeit sich gegenseitig richtig kennenzulernen.

 

KAUSA: Sie haben angedeutet, dass Sie hier zukünftig etwas umgestalten möchten. Was ist Ihr Plan?

Fhaily: Ich würde gerne die Verkaufstheke und auch das Sortiment weitestgehend beibehalten und um Cafétische erweitern. Das war immer mein Traum. Ich habe noch keinen genauen Plan, aber irgendwie werde ich das machen.

Bugs, IHK: Für eine*n Auszubildende*n könnte es auch sehr reizvoll sein, wenn Sie ihn*sie in dieses Projekt mit einbinden und eigene Ideen entwickeln lassen. Diese Verantwortung und Möglichkeit der Mitgestaltung ist eine weitere Stärke von kleinen Unternehmen und schafft eine Bindung an den Betrieb.

Ausbildungsberaterin Frau Bugs (IHK) und Herr Fhaily vor seinem Geschäft
Ausbildungsberaterin Frau Bugs (IHK) und Herr Fhaily vor seinem Geschäft

KAUSA: Das klingt sehr gut. Am besten besprechen wir jetzt einmal, was die nächsten Schritte sein werden.

Bugs, IHK: Zunächst müssen Sie den Ausbildererfassungsbogen ausfüllen, den Sie jetzt von mir erhalten. Dort führen Sie sich selbst als Ausbilder auf. Um tatsächlich ausbilden zu können, müssen Sie einen Ausbilderschein haben, den Sie im Rahmen einer kostenpflichtigen AEVO Prüfung erwerben können. Vom Zeitpunkt des unterschriebenen Ausbildungsvertrags an haben Sie ein Jahr lang Zeit Ihren Ausbilderschein einzureichen. Es wird empfohlen sich mit Hilfe von speziellen Kursen auf die Prüfung vorzubereiten. Diese Kurse werden von verschiedenen Anbietern optional sowohl online als auch am Wochenende angeboten. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vorbereitung. Im nächsten Schritt sollten Sie das Ausbildungs- oder Praktikumsangebot ausschreiben. Da aktuell keine Messen oder Veranstaltungen an Schulen stattfinden, nutzen Sie am besten alle Kanäle und Kontakte, die Sie haben. Das kann ein Aushang in Ihrem Geschäft sein, ein Facebook-Post, ein Inserat bei der Agentur für Arbeit oder die Vermittlung über Partner wie zum Beispiel die KAUSA Servicestelle Bonn/Rhein-Sieg.

Fhaily: Das mache ich! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Wenn Sie Interesse an einem Praktikum, EQ-Platz oder einer Ausbildung zum Verkäufer/zur Verkäuferin bei Feinkost Bauer in Bonn haben, melden Sie sich gerne bei uns unter kausa@obs-ev.de.


Feinkost Bauer 

-Lebensmittelgeschäft-

Inhaber: Hassan Fhaily
Gründung: 1981
Angestellte: 0

Ausbildungsbetrieb: ja nein

Kontakt:                                           
Meckenheimer Allee 65

53115 Bonn    

0228/637171
info@feinkost-bauer.de  
https://www.feinkost-bauer.de/

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Das Interview führten Annika Wolfers und Christiane Wasmann am 15.11.2021.
Fotos: Otto Benecke Stiftung e.V.