„Es war Liebe auf den ersten Blick"

Der Konditor Manfred Hünten blickt auf langjährige Erfahrung als Ausbilder zurück und weiß nicht nur, was er tut, sondern auch, warum er es tut. Um den guten Ruf der Konditorei Hünten als traditionelles Familienunternehmen zu sichern, setzt er vor allem auf qualifizierte Mitarbeitende. Mit seiner neuen Auszubildenden Fouzia ist er überaus zufrieden.

Konditor und Azubi stehen vor der Kuchentheke
Konditor Manfred Hünten und seine Auszubildende Fouzia

 

Herr Hünten, Sie haben vor kurzem angefangen, Fouzia als Fachverkäuferin für Backwaren auszubilden. Wie ist es dazu gekommen?

Sie wurde uns über die KAUSA-Servicestelle vermittelt. Ich habe gesagt, sie kann ein Praktikum bei uns machen und dann ist sie auch direkt gekommen. Nach einer Woche Praktikum konnte ich ihr dann die Zusage für einen Ausbildungsplatz geben.

 

Das ging ja schnell. Wie konnte Fouzia Sie in so kurzer Zeit überzeugen?

Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie war nett, freundlich, sie versteht schnell und sie ist pünktlich. Da kann ich wirklich nichts Negatives sagen. Ich hoffe, dass sie so weitermacht.

 

Das klingt vielversprechend…

Ja. Sie hat einen gewissen Blick dafür, was Sache ist. Hier ist gestern eine Bestellung nicht abgeholt worden. Fouzia hatte schon Feierabend, hat sich aber trotzdem direkt darum gekümmert. Sie hat der Frau aus Süddeutschland, die die Bestellung vergessen hatte, die Ware mit der Post hinterhergeschickt. Sie ist nicht einfach nach Hause gegangen. Sie hat sich dem Problem direkt angenommen und versucht, es zu lösen. Das ist es, was mir an ihr gefällt.

Die Auszubildende hinter der Theke, im Hinetrgrund Backwaren

Fouzia ist ja quer eingestiegen und hat die Ausbildung bei Ihnen Anfang März begonnen. Normalerweise starten Ausbildungen schon im August. Wie läuft das ab?

 Der späte Ausbildungsbeginn ist kein Problem. Wir müssen dann nachher mal gucken, in welche Klasse sie kommt, wie es dann weitergeht. Grundsätzlich dauert die Ausbildung drei Jahre, so oder so. Und wenn sie gut ist, wird sie danach gerne vom Betrieb übernommen. Sie könnte auch Filialleiterin werden – sie kann alles werden, wenn sie gut ist. Gute Leute werden immer gesucht.

 

Ihre Konditorei ist schon seit langer Zeit Ausbildungsbetrieb. Wie ist Ihre Erfahrung damit?

Ich habe schon 35 Jugendliche ausgebildet und bei mir ist in den ganzen Jahren niemand durchgefallen. Die schlechteste Note war eine 3. Wir hatten schon mehrfach Landessieger und Kammersieger. Ich habe immer sehr viel Wert auf die Ausbildung gelegt.

 

Warum ist die Ausbildung Ihnen so wichtig? Welche Vorteile hat das für Sie?

Es ist natürlich wichtig, damit man in dem Beruf später auch noch Leute hat, die was können. Die ganze Fachkompetenz geht sonst irgendwann verloren. Wenn man wie wir eine Konditorei hat und da sind Fachkräfte, dann ist das ein ganz anderes Unternehmen, als wenn da nur angelernte Leute sind.

Die Auszubildende schneidet eine Torte

Für Sie macht es also einen Unterschied, wenn die Mitarbeitenden richtig ausgebildet sind?

Natürlich. Wenn eine Kundin oder ein Kunde fragt, woraus diese oder jene Torte besteht, dann ist es schon gut, wenn man jemanden hat, der darauf auch antworten kann – das ist eine Wiener Masse, das ist mit Buttercreme. Natürlich kann jeder ein paar Brötchen in die Tüte tun, aber wenn es um Kuchen oder Pralinen geht, dann ist Fachwissen schon sehr wichtig. Das merken die Kunden auch und haben mehr Vertrauen.

 

Es zahlt sich also auch für Sie und Ihr Unternehmen aus, qualifizierte Leute zu beschäftigen?

Auf jeden Fall. Und wenn sie dann noch den Kunden freundlich gegenübertreten, dann freuen sich die Leute auch, wenn sie hier einkaufen. Das ist ein Vorteil für den Betrieb. Die Leute gehen lieber dahin, wo sie gut und freundlich bedient werden und nicht nur in der Reihe stehen als einer von hundert.

 

Ist es denn einfach für Sie, Auszubildende zu finden?

In der Konditorei ist es im Moment etwas schwieriger als im Fachverkauf. Früher haben wir jedes Jahr bestimmt zwanzig Bewerbungen gehabt. Aber seit zwei, drei Jahren ist das eingebrochen. Durch die Hochkonjunktur in den letzten Jahren gehen viele lieber ins Büro. Das ist das Problem. Viele haben keine Lust darauf, handwerklich zu arbeiten. Die Zusammenarbeit mit der KAUSA-Servicestelle ist für uns also sehr positiv.


Konditorei Hünten

Inhaber: Manfred Hünten
Angestellte: 55    

Ausbildungsbetrieb: ja nein

Kontakt:                                            Dottendorferstr. 20
53129 Bonn  

0228 / 2311 55    
info@konditorei-huenten.de
www.konditorei-huenten.de



Das Interview führten Laura Burzywoda und Hafize Sağlam am 05.03.2020.
Fotos: Otto Benecke Stiftung e.V.